Magen-Darm-Beschwerden beim Hund – Durchfall und Erbrechen erkennen

von Pfotenwiese-Redaktion · veröffentlicht am 11. Oktober 2026 · aktualisiert am 11. Oktober 2026

Dein Hund hat plötzlich Durchfall, erbricht sein Futter oder möchte nicht mehr essen? Magen-Darm-Beschwerden kommen bei Hunden vor und können ganz unterschiedliche Ursachen haben.

Manchmal verschwinden leichte Beschwerden schnell wieder. In anderen Fällen steckt eine Erkrankung dahinter, die tierärztlich behandelt werden muss.

Wir erklären, welche Anzeichen du beachten solltest, wann eine Untersuchung notwendig ist und wie du den Verlauf sinnvoll beobachtest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Durchfall und Erbrechen sind Symptome, keine eigenständigen Diagnosen.
  • Entscheidend sind neben dem Kot oder Erbrochenen vor allem Stärke der Beschwerden und Allgemeinzustand deines Hundes.
  • Blut im Erbrochenen oder Kot, starke Schmerzen und ausgeprägte Schwäche sind Warnzeichen.
  • Wiederholtes Erbrechen und starker Durchfall können zu Flüssigkeitsverlust führen.
  • Welpen, ältere Hunde und Tiere mit Vorerkrankungen brauchen besondere Aufmerksamkeit.
  • Notizen zu Beginn, Verlauf und Futter helfen der Tierarztpraxis bei der Einordnung.

Welche Anzeichen sind typisch?

Bei Durchfall ist der Kot weich, ungeformt oder wässrig, bei Erbrechen gibt dein Hund Mageninhalt wieder von sich. Dazu kommen können Appetitverlust, Übelkeit (häufiges Schlucken, Lippenlecken oder Speicheln), Bauchschmerzen (Empfindlichkeit am Bauch oder eine ungewöhnliche Körperhaltung) und Mattigkeit.

Nicht jedes dieser Symptome bedeutet automatisch eine Magen-Darm-Erkrankung. Auch andere gesundheitliche Probleme können ähnliche Anzeichen verursachen. Die Ursachen können vielfältig sein. Aus den Symptomen allein lässt sich die Ursache häufig nicht zuverlässig bestimmen.

Wann solltest du zur Tierarztpraxis?

Bei einmaligem Erbrechen oder leichtem Durchfall eines ansonsten gesunden, munteren Hundes kann zunächst eine kurze, aufmerksame Beobachtung ausreichen. Halten die Beschwerden an oder nehmen sie zu, hole tierärztlichen Rat ein.

  • Zeitnah abklären lassen: wiederholtes Erbrechen oder starker Durchfall.
  • Unverzüglich Rat einholen: Blut im Kot oder im Erbrochenen.
  • Sofort tierärztliche Hilfe: deutliche Schwäche, Schmerzen oder Zusammenbruch.

Ein aufgeblähter Bauch zusammen mit wiederholtem, erfolglosem Würgen kann auf eine Magendrehung hinweisen. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall: Ruf sofort deine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an. Weitere Warnzeichen erklärt der Ratgeber Wann sollte mein Hund zum Tierarzt?, was im Notfall selbst getan werden kann, der Ratgeber Erste Hilfe beim Hund.

Bei Welpen, älteren Hunden, Tieren mit Vorerkrankungen oder Hunden, die Medikamente einnehmen, solltest du auch bei weniger ausgeprägten Beschwerden frühzeitig tierärztlichen Rat einholen.

Austrocknung als Warnzeichen

Wiederholtes Erbrechen und starker Durchfall können zu Flüssigkeitsverlust führen. Frisches Trinkwasser sollte deshalb immer zur Verfügung stehen. Beobachte, ob dein Hund trinkt und das Wasser bei sich behält. Wenn er nicht trinkt, Wasser wieder erbricht oder zunehmend matt wirkt, kontaktiere die Tierarztpraxis.

Beobachten und Notizen machen

Achte darauf, ob Erbrechen oder Durchfall nachlassen, anhalten oder sich verschlimmern. Gib deinem Hund keine Medikamente aus der Hausapotheke ohne tierärztliche Rücksprache. Ob und welche Fütterung bei Magen-Darm-Problemen geeignet ist, hängt von den Beschwerden und dem Gesundheitszustand ab und steht im Ratgeber Magen-Darm-Probleme beim Hund: Schonkost richtig einordnen.

Ein kurzes Protokoll unterstützt die Abklärung: Halte fest, wann die Beschwerden auftreten, wie lange sie anhalten und was dein Hund zuvor gefressen hat. Überlege außerdem, ob er kürzlich neues Futter bekommen, draußen etwas aufgenommen oder ungewöhnliche Gegenstände zerkaut hat.

Wenn Durchfall oder Erbrechen immer wieder auftreten, sollte die Ursache tierärztlich untersucht werden. Ständiges eigenständiges Futterwechseln ist dann wenig hilfreich – eine gezielte Abklärung ist besser als wiederholtes Ausprobieren.

Wie wird die Ursache untersucht?

Die Tierarztpraxis fragt unter anderem nach dem Beginn der Beschwerden, der Fütterung und möglichen Veränderungen im Alltag. Je nach Befund können eine körperliche Untersuchung, die Untersuchung einer Kotprobe, eine Blutuntersuchung sowie Ultraschall oder Röntgen sinnvoll sein. Nicht jeder Hund benötigt sämtliche Untersuchungen.

Bei Durchfall kann eine frische Kotprobe für den Termin hilfreich sein. Frage bei der Terminvereinbarung nach, ob du eine mitbringen sollst. Wie du dich auf den Besuch vorbereitest, steht im Ratgeber Tierarztbesuch vorbereiten.

Fazit

Magen-Darm-Beschwerden beim Hund können harmlos verlaufen, aber auch auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Beobachte deshalb nicht nur den Kot oder das Erbrechen, sondern vor allem den Allgemeinzustand deines Hundes.

Bei leichten, einmaligen Beschwerden eines ansonsten munteren Hundes kann eine kurze Beobachtung ausreichen. Bei wiederholten, starken oder von weiteren Krankheitszeichen begleiteten Beschwerden solltest du tierärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Weiterführende Ratgeber

Weitere Warnzeichen findest du im Ratgeber Wann sollte mein Hund zum Tierarzt?, die Fütterung bei Magen-Darm-Problemen im Ratgeber Schonkost richtig einordnen, Grundlegendes zu Notfällen im Ratgeber Erste Hilfe beim Hund, Tipps für den Praxisbesuch im Ratgeber Tierarztbesuch vorbereiten und Informationen zu Würmern im Ratgeber Parasitenvorsorge beim Hund.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle tierärztliche Untersuchung oder Behandlung. Bei Erkrankungen, Verdacht auf Erkrankung oder Unsicherheit sprich bitte mit deiner Tierarztpraxis. Im Notfall ruf sofort deine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik an.

Quellen & fachliche Grundlage

Die Einordnung stützt sich auf allgemeine tiermedizinische Informationsangebote.

PDSA – Vomiting in dogs (englisch)
Tierärztliche Informationen zu Erbrechen und Warnzeichen einschließlich Magendrehung.

PDSA – Dog Diarrhoea (englisch)
Empfehlungen zur Einordnung von Durchfall und zur tierärztlichen Abklärung.