Pfotenpflege beim Hund – worauf es im Winter und Sommer ankommt

von Pfotenwiese-Redaktion · veröffentlicht am 10. Oktober 2026 · aktualisiert am 12. Oktober 2026

Hundepfoten sind täglich im Einsatz. Sie tragen das Körpergewicht, ermöglichen sicheren Halt und kommen mit ganz unterschiedlichen Untergründen in Berührung. Im Winter können Schnee, Eis und Streusalz sie beanspruchen, im Sommer vor allem stark erwärmte Oberflächen.

Dabei benötigen Hunde nicht zu jeder Jahreszeit spezielle Pflegeprodukte. Gesunde Pfoten sind für den normalen Alltag gut ausgestattet. Dieser Ratgeber erklärt kurz, worauf es im Winter und im Sommer ankommt und welches Zubehör in welcher Situation eine Rolle spielen kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die regelmäßige Sichtkontrolle der Pfoten ist die wichtigste Pflegemaßnahme, oft wichtiger als jedes Produkt.
  • Im Winter können Streusalz und andere Streumittel die Pfotenhaut reizen; Schnee kann sich zwischen den Zehen sammeln.
  • Im Sommer können sich Asphalt und Pflaster stark aufheizen. Entscheidend sind die Wahl der Wege und der Spazierzeiten.
  • Pfotenbalsam und Hundeschuhe werden häufig genutzt, die Wirkung ist unterschiedlich; Herstellerangaben beachten.
  • Bei Verletzungen, Rötungen, Lahmheit oder Wunden gehört der Hund in die Tierarztpraxis.

Was halten Hundepfoten aus?

Zur Pfote gehören die Zehenballen, der größere Mittelhand- beziehungsweise Mittelfußballen, die Krallen, die Haut zwischen den Zehen und die Behaarung. Die Ballen besitzen eine widerstandsfähige äußere Hautschicht und unterstützen die Belastung beim Stehen und Laufen.

Trotz dieser robusten Beschaffenheit sind Hundepfoten nicht gegen jede äußere Einwirkung geschützt. Deshalb ist es sinnvoll, ihren Zustand regelmäßig zu betrachten. Nicht jede Belastung erfordert ein Pflegeprodukt: Häufig sind eine geeignete Wegwahl und die Kontrolle der Pfoten bereits die wichtigsten Maßnahmen.

Pfoten im Winter: Streusalz und Eis zwischen den Zehen

Streusalz und andere Auftaumittel können die Pfotenhaut reizen, besonders wenn sie bereits beansprucht ist. Rückstände können außerdem zwischen den Zehen oder an den Ballen haften bleiben und werden vom Hund eventuell abgeleckt. Nach Spaziergängen über behandelte Flächen ist deshalb ein Blick auf die Pfoten sinnvoll. Bei Kontakt mit Streumitteln kann das Abspülen mit lauwarmem Wasser helfen, auch zwischen den Zehen. Anschließend werden die Pfoten mit einem Handtuch abgetrocknet. Sind die Pfoten nur nass oder leicht verschmutzt, kann sorgfältiges Abtrocknen genügen.

Bei manchen Hunden sammelt sich Schnee im Fell zwischen den Zehen, und es bilden sich kleine Klumpen, die das Laufen beeinträchtigen. Das betrifft besonders Hunde mit längerer Behaarung an den Pfoten. Anhaftungen lassen sich unterwegs vorsichtig entfernen; nach der Rückkehr werden die Pfoten noch einmal angesehen. Welche Bürsten und Kämme zum Felltyp passen, erklärt der Ratgeber zur Fellpflege.

Pfoten im Sommer: heißer Asphalt

Asphalt, Pflaster und andere befestigte Flächen können sich bei Sonneneinstrahlung stark aufheizen, besonders dunkle Oberflächen. Die Oberflächentemperatur ist dabei nicht mit der angezeigten Lufttemperatur gleichzusetzen. Für Hunde kann der Kontakt mit stark erhitzten Flächen schmerzhaft sein und zu Verbrennungen an den Ballen führen.

Die wichtigste Maßnahme ist deshalb die Wahl geeigneter Wege und Zeiten: schattige Strecken sowie frühe Morgen- oder kühlere Abendstunden statt intensiver Mittagssonne. Eine vorsichtige Berührungsprobe mit dem Handrücken kann als grobe Orientierung dienen, ist aber keine zuverlässige Sicherheitsprüfung für Hundepfoten. Im Zweifel meidest du stark sonnenbeschienene, offensichtlich erhitzte Flächen. Auch andere Untergründe können unangenehm warm werden.

Zu Hitze allgemein siehe den Ratgeber Hitze beim Hund.

Pfotenbalsam und Pfotenwachs

Pfotenbalsam und -wachs werden häufig genutzt, zum Beispiel zur Pflege trockener oder beanspruchter Ballen. Die Wirkung ist unterschiedlich, und ob ein Hund so etwas braucht, hängt vom Zustand seiner Pfoten ab. Gesunde, unauffällige Ballen müssen nicht vor jedem Spaziergang eingecremt werden. Ein Balsam ersetzt außerdem weder das Entfernen von Streusalzrückständen noch die Wahl geeigneter Untergründe.

Wenn du ein Produkt verwenden möchtest, kannst du darauf achten, dass es ausdrücklich für Hunde vorgesehen ist und die Inhaltsstoffe nachvollziehbar angegeben sind. Berücksichtige, dass Hunde ihre Pfoten ablecken können, und beachte die Herstellerangaben.

Gegen stark erhitzte Böden sind Balsam und Wachs keine verlässliche Schutzmaßnahme. Auch wenn ein Produkt einen pflegenden Film auf den Ballen bildet, lässt sich daraus kein ausreichender Hitzeschutz ableiten. Werbeversprechen zu einem angeblich hitzebeständigen Schutz solltest du kritisch betrachten.

Hundeschuhe: Passform und Gewöhnung

Hundeschuhe können den direkten Kontakt zwischen Pfoten und bestimmten Untergründen reduzieren, etwa auf stark gestreuten Wegen im Winter oder im Sommer. Nicht jeder Hund benötigt sie, und nicht jeder akzeptiert sie. Entscheidend ist die Passform: Zu enge Schuhe können drücken, zu weite verrutschen. Die Pfotenmaße ermittelst du nach der Herstelleranleitung, nicht allein nach Körpergewicht oder Rasse.

Viele Hunde bewegen sich mit Schuhen zunächst ungewohnt. Eine schrittweise Gewöhnung, bei der der Hund die Schuhe erst kennenlernt und die Tragedauer langsam wächst, kann die Akzeptanz erleichtern. Passform und Akzeptanz solltest du prüfen, bevor die Schuhe auf einen langen Spaziergang mitkommen. Schuhe sind außerdem kein Freibrief, bei großer Hitze beliebig lange über heiße Straßen zu laufen.

Pfoten kontrollieren und reinigen

Eine kurze Pfotenkontrolle ist unabhängig von der Jahreszeit sinnvoll. Betrachte Ballen, Krallen und Zwischenzehenbereiche und achte auf anhaftenden Schmutz, kleine Steinchen oder andere Fremdkörper, auffällige Risse, beschädigte Krallen und sichtbare Veränderungen zwischen den Zehen. Welche Werkzeuge sich für die Krallenpflege eignen, erklärt der Ratgeber zur Krallenpflege.

Für die gewöhnliche Reinigung reicht häufig lauwarmes Wasser mit einem weichen Handtuch. Ein spezielles Reinigungsmittel ist nicht bei jeder Verschmutzung nötig; falls doch, sollte es ausdrücklich für Hunde geeignet sein.

Bei Welpen kann die Gewöhnung an Berührung und Abtrocknen der Pfoten früh und in kleinen Schritten beginnen. Bei älteren Hunden hilft eine bequeme Position, und wenn der Hund die Pfoten nicht mehr gern anheben lässt, passt du die Vorgehensweise an.

Wann gehört die Pfote in die Tierarztpraxis?

Pfoten können durch scharfe Gegenstände, raue Untergründe oder Hitze verletzt werden. Bei Verletzungen, Rötungen, Wunden, Verbrennungsverdacht, deutlichen Schmerzen oder Lahmheit sollte der Hund in der Tierarztpraxis untersucht werden. Pfotenbalsam und gewöhnliche Pflegeprodukte sind kein Ersatz für die Beurteilung einer Verletzung. Eine Orientierung gibt der Ratgeber Wann musst du mit deinem Hund zum Tierarzt?.

Fazit

Hundepfoten sind widerstandsfähig, aber nicht gegen jede Belastung geschützt. Im Winter verdienen Streumittel und Schnee zwischen den Zehen Aufmerksamkeit, im Sommer ist der Kontakt mit stark erhitzten Untergründen zu vermeiden.

Die wichtigste Pflege bleibt die regelmäßige Kontrolle. Wasser und ein Handtuch genügen oft; Pfotenbalsam und Hundeschuhe sind Ergänzungen für bestimmte Situationen, keine Pflichtausstattung.

Häufige Fragen

Muss ich die Pfoten nach jedem Winterspaziergang waschen?

Nicht grundsätzlich. Entscheidend ist, welche Rückstände vorhanden sind. Ein vollständiges Bad ist für die gewöhnliche Pfotenreinigung nicht nötig.

Sind raue Hundeballen normal?

Hundeballen besitzen von Natur aus eine andere Oberflächenstruktur als menschliche Haut und müssen nicht glatt sein. Bei auffällig trockenen Ballen kann ein geeignetes Pflegeprodukt infrage kommen; tiefe Risse, Schmerzen oder wiederkehrende Veränderungen gehören in die Tierarztpraxis.

Darf ich die Haare zwischen den Pfotenballen kürzen?

Bei längerer Behaarung kann ein vorsichtiges Kürzen sinnvoll sein, weil Schmutz und Schnee sonst festhängen. Die empfindliche Haut darf dabei nicht verletzt werden, und im Zweifel übernimmt eine erfahrene Fachperson das Kürzen.

Brauche ich einen Pfotenwaschbecher oder Pfotenpflegetücher?

Nein, beides ist optional. Ein geeigneter Behälter mit Wasser und ein Handtuch erfüllen denselben Zweck. Tücher können unterwegs praktisch sein, sollten ausdrücklich für Hunde vorgesehen sein, ersetzen bei Streumittelrückständen aber nicht unbedingt die Reinigung mit Wasser.

Weiterführende Ratgeber

Welche Bürsten, Kämme und welches Shampoo zur Fellpflege passen, erklärt der Ratgeber Fellpflege beim Hund, welche Werkzeuge sich für die Krallenpflege eignen, Krallenpflege beim Hund. Wie du Hitzschlag erkennst und vorbeugst, steht in Hitze beim Hund, wann ein Tierarztbesuch sinnvoll ist, in Wann musst du mit deinem Hund zum Tierarzt?. Wie viel Bewegung ein Hund braucht, beschreibt der Ratgeber Wie viel Bewegung braucht mein Hund?. Weitere Beiträge findest du auf der Themenseite Pflege & Hygiene.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche beziehungsweise fachkundige Beratung. Bei Verletzungen, Rötungen, Wunden, Verbrennungsverdacht, deutlichen Schmerzen oder Lahmheit sollte dein Hund tierärztlich untersucht werden. Produktangaben und Herstellerhinweise sind maßgeblich. Bei gesundheitlichen Beschwerden sprich bitte mit deiner Tierarztpraxis.

Quellen & fachliche Grundlage

Die Hinweise beruhen auf allgemeinen Informationen der folgenden Organisationen.

American Veterinary Medical Association (AVMA): Pet Safety in Hot Weather
Informationen zur Sicherheit von Haustieren bei hohen Temperaturen und zu hitzebedingten Belastungen.