Welpen richtig ernähren – Futter, Menge und gesundes Wachstum

von Pfotenwiese-Redaktion · veröffentlicht am 9. Oktober 2026 · aktualisiert am 11. Oktober 2026

Ein Welpe wächst, entdeckt seine Umwelt und entwickelt sich innerhalb weniger Monate vom kleinen Hundekind zum Junghund. Damit Knochen, Muskeln, Organe und Immunsystem sich gesund entwickeln können, benötigt er eine Ernährung, die zu seinem Alter und seiner voraussichtlichen Körpergröße passt.

Besonders bei großen Hunderassen können Fehler in der Energie- und Mineralstoffversorgung erhebliche Folgen haben. Gleichzeitig ist es nicht notwendig, aus jeder Mahlzeit eine Wissenschaft zu machen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Welpen benötigen ein Alleinfuttermittel, das ausdrücklich für Wachstum beziehungsweise die passende Entwicklungsphase geeignet ist.
  • Zu viel Energie kann insbesondere bei großen Hunderassen ein unerwünscht schnelles Wachstum begünstigen.
  • Calcium und Phosphor müssen in geeigneten Mengen und Verhältnissen enthalten sein; bei bedarfsgerechtem Welpen-Alleinfutter sind zusätzliche Calciumpräparate normalerweise nicht erforderlich.
  • Junge Welpen erhalten meist mehrere kleinere Mahlzeiten täglich.
  • Die Futtermenge sollte regelmäßig anhand der Gewichtsentwicklung und des Körperzustands überprüft werden.
  • Nicht jeder Welpe benötigt dieselbe Fütterung – Rasse, Größe und individuelle Entwicklung sind entscheidend.

Welches Futter ist für Welpen geeignet?

Ein Welpe benötigt zusätzlich zum Erhaltungsbedarf Nährstoffe für den Aufbau von Knochen, Muskeln und Organen. Mehr Futter oder eine höhere Nährstoffzufuhr bedeutet dabei nicht automatisch besseres Wachstum.

Das Ziel ist ein gleichmäßiges, gesundes Wachstum – nicht eine möglichst schnelle Gewichtszunahme.

Für die meisten Welpen ist ein hochwertiges, bedarfsgerecht zusammengesetztes Alleinfuttermittel für die Wachstumsphase eine praktische Wahl. Es kann als Nass- oder Trockenfutter angeboten werden; entscheidend ist nicht die Konsistenz, sondern die Eignung für die jeweilige Entwicklungsphase. Achte auf die Kennzeichnung als Alleinfuttermittel und auf Angaben zur vorgesehenen Lebensphase. Bei großen Hunderassen sollte das Produkt zusätzlich für das Wachstum großer Hunde geeignet sein.

Ein gewöhnliches Erwachsenenfutter ist nicht automatisch auf die Bedürfnisse eines wachsenden Hundes abgestimmt. Auch ein Produkt mit der Bezeichnung „Junior“ sollte nicht allein aufgrund seines Namens ausgewählt werden – maßgeblich sind die tatsächliche Nährstoffzusammensetzung und die vorgesehene Verwendung. Getreidefreiheit allein bietet keinen nachgewiesenen allgemeinen Vorteil (mehr dazu im Ratgeber Kohlenhydrate und Getreide).

Nass- und Trockenfutter können beide geeignet sein, sofern sie als vollständige Ernährung für die Wachstumsphase ausgelegt sind. Wegen der unterschiedlichen Energiedichte ist eine Mischung nach gleichen Grammanteilen meist nicht sinnvoll.

Calcium und Phosphor – warum ist das Verhältnis so wichtig?

Calcium und Phosphor werden unter anderem für die Bildung und Erhaltung von Knochen benötigt. Entscheidend sind sowohl die absoluten Mengen als auch das Verhältnis zueinander. Eine Unterversorgung kann die Skelettentwicklung beeinträchtigen, aber auch eine übermäßige Calciumzufuhr kann problematisch sein, insbesondere bei Welpen großer und sehr großer Rassen. Junge Hunde können eine zu hohe Calciumaufnahme nicht in jeder Entwicklungsphase ausreichend ausgleichen.

Wichtig: Wer ein geeignetes Welpen-Alleinfuttermittel verwendet, sollte nicht auf eigene Faust Calcium ergänzen. Das gilt auch für Knochenmehl oder größere Mengen mineralstoffreicher Ergänzungen. Mehr Calcium bedeutet nicht automatisch stärkere Knochen.

Kleine und große Hunderassen wachsen unterschiedlich

Kleine Hunderassen erreichen ihre endgültige Körpergröße häufig deutlich früher als große oder sehr große Hunde, bei denen die Entwicklung länger dauert. Gerade bei großen Rassen ist deshalb eine kontrollierte Energiezufuhr wichtig: Ein dauerhaft zu hohes Energieangebot kann ein zu schnelles Wachstum und eine übermäßige Gewichtszunahme begünstigen und damit den noch unreifen Bewegungsapparat stärker belasten. Die Fütterung sollte an die voraussichtliche Endgröße und die tatsächliche Entwicklung angepasst werden. Mehr dazu im Ratgeber Futter für Junghunde großer Rassen.

Wie oft und wie viel füttern?

Junge Welpen profitieren meist von mehreren kleineren Mahlzeiten über den Tag verteilt, später kann die Zahl schrittweise reduziert werden. Eine starre Regel gibt es nicht: Sehr kleine oder sehr junge Welpen können andere Anforderungen haben, und lange Fütterungspausen können bei ihnen problematisch sein. Wichtiger als ein exakter Zeitplan sind eine gut verträgliche Portionsgröße und ein regelmäßiger Tagesablauf.

Die richtige Menge hängt von Gewicht, Alter, erwarteter Endgröße, Energiedichte des Futters, Aktivität und Körperzustand ab. Die Fütterungsempfehlung der Verpackung ist ein sinnvoller Ausgangspunkt, ersetzt aber nicht die regelmäßige Kontrolle der Entwicklung. Ein Welpe sollte weder dauerhaft zu dünn noch übergewichtig sein. Besonders bei großen Rassen solltest du nicht allein nach dem Appetit füttern und die Tagesration möglichst abwiegen. Wie du den Körperzustand beurteilst, erklärt der Ratgeber Wie viel Futter braucht ein Hund?.

Regelmäßiges Wiegen hilft: Aussagekräftiger als einzelne Werte ist der Verlauf über mehrere Wochen. Bei deutlichen Abweichungen ist eine tierärztliche Beurteilung sinnvoll, statt allein die Futtermenge anzupassen.

Darf ein Welpe BARF bekommen?

Eine selbst zusammengestellte Rohfütterung ist bei Welpen besonders anspruchsvoll. Der Bedarf an Energie, Calcium, Phosphor und weiteren Nährstoffen verändert sich während des Wachstums, sodass sich Fehler in der Rationsberechnung stärker auswirken als bei ausgewachsenen Hunden. Zusätzlich bestehen bei rohen tierischen Produkten hygienische Risiken durch mögliche Krankheitserreger. Ausführlich erklärt das der Ratgeber BARF bei Welpen.

Wer seinen Welpen roh oder selbst gekocht ernähren möchte, sollte eine individuell berechnete Ration durch eine entsprechend qualifizierte tierärztliche Ernährungsberatung erstellen lassen. Auch Fertig-BARF ist nicht automatisch ein geeignetes Alleinfuttermittel für wachsende Hunde.

Leckerlis, Kauartikel und Wasser

Leckerlis helfen beim Training, liefern aber zusätzliche Energie. Praktisch ist es, einen Teil des normalen Futters dafür zu verwenden. Als häufig verwendete Orientierung gelten höchstens etwa 10 % der täglichen Kalorien. Sehr harte Kauartikel, ungeeignete Knochen oder kleine verschluckbare Stücke können Verletzungs- beziehungsweise Erstickungsrisiken verursachen; Knochen sind für eine ausgewogene Welpenernährung nicht erforderlich. Mehr dazu im Ratgeber Leckerlis und Kauartikel.

Welpen brauchen jederzeit Zugang zu frischem Trinkwasser. Bei Trockenfütterung muss ein größerer Teil des Wasserbedarfs durch Trinken gedeckt werden als bei Nassfutter. Wasser sollte nicht eingeschränkt werden, um das Stubenreinheitstraining zu erleichtern (siehe Wasserbedarf und Trinkverhalten).

Futterwechsel: nach dem Einzug und zum Erwachsenenfutter

Der Umzug in ein neues Zuhause bedeutet für einen Welpen viel Veränderung. Deshalb ist es häufig sinnvoll, zunächst das bisherige Futter des Züchters, Tierheims oder der Pflegestelle weiterzugeben, sofern es geeignet ist und gut vertragen wird. Soll ein Wechsel erfolgen, geschieht er am besten schrittweise, bei empfindlichen Welpen auch langsamer; wie das geht, steht im Ratgeber Futterumstellung beim Hund. Häufige Wechsel erschweren die Beurteilung der Verträglichkeit.

Wann ein Welpe Erwachsenenfutter bekommt, hängt vor allem von Größe und individueller Entwicklung ab. Kleine Hunde sind häufig früher ausgewachsen, bei großen und sehr großen Rassen kann die Wachstumsphase deutlich länger dauern – je nach Rasse unterschiedlich. Entscheidend ist, ob das Wachstum weitgehend abgeschlossen ist und das Erwachsenenfutter zur weiteren Versorgung passt. Ein zu früher Wechsel auf ein ungeeignetes Erwachsenenfutter kann insbesondere bei großen Rassen problematisch sein.

Wann zur Tierarztpraxis?

Bei jungen Welpen können gesundheitliche Probleme schneller kritisch werden als bei erwachsenen Hunden. Eine zeitnahe tierärztliche Untersuchung ist sinnvoll bei wiederholtem Erbrechen, anhaltendem Durchfall, deutlicher Futterverweigerung, ungewöhnlicher Müdigkeit, auffälligem Gewichtsverlust oder ausbleibender Gewichtszunahme, stark aufgetriebenem Bauch oder Verdacht auf Austrocknung. Bei einem apathischen Welpen, Kollaps oder anderen schweren Symptomen ist unverzüglich tierärztliche Hilfe erforderlich.

Fazit

Eine gute Welpenernährung muss vor allem zum Entwicklungsstadium und zur erwarteten Endgröße passen. Ein geeignetes Alleinfuttermittel für die Wachstumsphase bietet für die meisten Welpen eine gute Grundlage; ob Nass- oder Trockenfutter, ist weniger entscheidend als die tatsächliche Nährstoffversorgung.

Ein Welpe soll nicht möglichst schnell groß werden – sondern gesund heranwachsen.

Weiterführende Ratgeber

Die Grundlagen zu Nährstoffen findest du im Ratgeber Welche Nährstoffe braucht ein Hund?, die beiden gängigen Futterarten im Vergleich im Ratgeber Nassfutter oder Trockenfutter. Wie der Einzug eines Hundes insgesamt gelingt, erklärt der Ratgeber Hund zieht ein. Weitere Beiträge findest du auf der Themenseite Lebensphasen & Fütterung.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle tierärztliche beziehungsweise ernährungswissenschaftliche Beratung. Bei Erkrankungen, Verdacht auf Erkrankung oder Unsicherheit sprich bitte mit deiner Tierarztpraxis. Bei Wachstumsstörungen oder selbst zusammengestellten Rationen sollte eine tierärztliche Ernährungsberatung einbezogen werden.

Quellen & fachliche Grundlage

FEDIAF – Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs
Branchenübliche Grundlage für die Nährstoffversorgung während des Wachstums, einschließlich Energie- und Mineralstoffbedarf.

WSAVA – Global Nutrition Guidelines
Empfehlungen zur Ernährungsbeurteilung, Futterauswahl und Überwachung des Körperzustands, einschließlich Hilfsmitteln zur Beurteilung des Körperzustands (Body Condition Score).