Vitamine & Mineralstoffe – kleine Mengen, große Bedeutung

von Pfotenwiese-Redaktion · veröffentlicht am 1. Oktober 2026

Vitamine und Mineralstoffe machen mengenmäßig nur einen kleinen Teil der Katzennahrung aus. Trotzdem sind sie für zahlreiche Funktionen des Körpers unverzichtbar.

Sie sind unter anderem an Stoffwechselprozessen, Knochenaufbau, Nervenfunktion, Blutbildung und vielen weiteren Vorgängen beteiligt.

Gerade bei diesen Nährstoffen gilt jedoch besonders: Mehr ist nicht automatisch besser. Sowohl eine unzureichende Versorgung als auch eine dauerhafte Überversorgung kann problematisch sein.

Welche Vitamine braucht eine Katze?

Vitamine werden grundsätzlich in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine eingeteilt.

Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören:

Vitamin A | Vitamin D | Vitamin E | Vitamin K

Zu den wasserlöslichen Vitaminen gehören unter anderem verschiedene Vitamine der B-Gruppe.

Die einzelnen Vitamine übernehmen unterschiedliche Aufgaben im Organismus und können sich auch darin unterscheiden, wie gut der Körper sie speichern kann.

Deshalb lässt sich „Vitamine” nicht als eine einzige Nährstoffgruppe mit einer einfachen Mengenregel betrachten.

Vitamin A – bei Katzen eine Besonderheit

Vitamin A ist ein gutes Beispiel dafür, warum Katzen besondere Anforderungen an ihre Ernährung stellen.

Menschen und verschiedene andere Tierarten können bestimmte pflanzliche Vorstufen wie Beta-Carotin in relevantem Umfang zur Vitamin-A-Versorgung nutzen.

Katzen können ihren Bedarf auf diesem Weg nicht ausreichend decken und benötigen deshalb vorgebildetes Vitamin A über ihre Nahrung.

Tierische Lebensmittel, insbesondere bestimmte Organe wie Leber, können viel Vitamin A enthalten.

Das bedeutet allerdings nicht, dass möglichst viel Leber besonders gesund wäre. Gerade bei fettlöslichen Vitaminen kann auch eine dauerhafte Überversorgung problematisch werden.

Vitamin D

Auch Vitamin D ist für Katzen ein wichtiger Nährstoff.

Während beim Menschen die körpereigene Bildung über die Haut unter Einfluss von Sonnenlicht eine bedeutende Rolle spielen kann, sind Katzen stärker auf die Versorgung über ihre Nahrung angewiesen.

Deshalb muss auch Vitamin D in einer bedarfsgerecht zusammengesetzten Katzennahrung berücksichtigt werden.

Mehr Vitamin D auf eigene Faust zu ergänzen, ist jedoch keine gute Idee. Eine Überversorgung kann gesundheitliche Folgen haben.

B-Vitamine und weitere Vitamine

Die verschiedenen B-Vitamine erfüllen zahlreiche Aufgaben im Stoffwechsel.

Auch Vitamin E und weitere Vitamine sind Bestandteil einer ausgewogenen Katzenernährung.

Für Katzenhalter ist es normalerweise weder notwendig noch sinnvoll, jeden einzelnen Vitaminbedarf selbst auszurechnen, wenn ein geeignetes Alleinfuttermittel verwendet wird.

Wichtiger ist, dass das gesamte Futter für die jeweilige Lebensphase bedarfsgerecht zusammengesetzt ist.

Was sind Mineralstoffe?

Mineralstoffe werden unter anderem in Mengen- und Spurenelemente eingeteilt.

Zu den für Katzen relevanten Mineralstoffen gehören beispielsweise:

Calcium | Phosphor | Magnesium | Natrium | Kalium

Daneben werden verschiedene Spurenelemente benötigt, beispielsweise:

Eisen | Kupfer | Zink | Mangan | Jod | Selen

Auch hier kommt es nicht nur darauf an, dass ein Stoff überhaupt vorhanden ist.

Menge, Verfügbarkeit und teilweise auch das Verhältnis verschiedener Mineralstoffe zueinander spielen eine Rolle.

Calcium und Phosphor – das Verhältnis zählt

Calcium und Phosphor sind unter anderem für Knochen und Zähne von Bedeutung.

Gerade dieses Beispiel zeigt, warum eine Katzennahrung nicht einfach aus „gutem Fleisch” bestehen kann.

Reines Muskelfleisch liefert nicht automatisch alle benötigten Mineralstoffe in einem geeigneten Verhältnis.

Bei vollständigem kommerziellem Katzenfutter wird die Mineralstoffversorgung deshalb im Rahmen der Rezeptur berücksichtigt.

Bei selbst zusammengestellten Rationen muss dies dagegen gezielt berechnet werden.

Sind zugesetzte Vitamine ein schlechtes Zeichen?

Nein.

Auf der Verpackung eines Katzenfutters können unter den Zusatzstoffen verschiedene Vitamine und Spurenelemente aufgeführt sein.

Das bedeutet nicht, dass das Futter deshalb minderwertig oder „unnatürlich” ist.

Durch die gezielte Ergänzung können Hersteller sicherstellen, dass das fertige Produkt die erforderlichen Nährstoffe in geeigneter Menge enthält.

Entscheidend ist die Nährstoffversorgung der Katze – nicht die möglichst kurze Liste auf der Verpackung.

Braucht eine Katze Nahrungsergänzungsmittel?

Bei einer gesunden Katze, die ein bedarfsgerecht zusammengesetztes Alleinfuttermittel erhält, sollten zusätzliche Vitamin- und Mineralstoffpräparate nicht ohne konkreten Grund gegeben werden.

Zusätzliche Supplemente können die Nährstoffbalance verändern und bei bestimmten Stoffen zu einer Überversorgung führen.

Anders sieht es bei fachgerecht berechneten selbst zusammengestellten Rationen oder bestimmten medizinischen Situationen aus. Hier können gezielte Ergänzungen notwendig sein.

Die Dosierung sollte dann zur gesamten Ration passen.

Vorsicht bei selbst zusammengestelltem Katzenfutter

Wer Katzenfutter selbst kocht oder BARF-Rationen zusammenstellt, muss deutlich mehr berücksichtigen als Fleisch und Taurin.

Unter anderem müssen die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Fettsäuren sowie die Verhältnisse bestimmter Nährstoffe zueinander stimmen.

Eine abwechslungsreiche Zutatenliste allein garantiert noch keine bedarfsgerechte Versorgung.

Deshalb sollten dauerhaft selbst zusammengestellte Rationen fachkundig berechnet beziehungsweise überprüft werden.

Entscheidend ist die Balance

Vitamine und Mineralstoffe zeigen besonders gut, warum Katzenernährung nicht nach dem Prinzip „möglichst viel von allem Guten” funktioniert.

Der Organismus benötigt bestimmte Nährstoffe innerhalb geeigneter Bereiche und in einer passenden Gesamtzusammensetzung.

Für Katzenhalter bedeutet das:

Nicht einzelne Vitamin- oder Mineralstoffangaben auf der Verpackung jagen, sondern das gesamte Futter beurteilen.

Bei einem geeigneten Alleinfuttermittel ist genau diese ausgewogene Versorgung das Ziel.