Wasserbedarf – wie viel sollte eine Katze trinken?
Wasser ist einer der wichtigsten Bestandteile der Katzenernährung – und gleichzeitig einer der am häufigsten missverstandenen.
Denn die Frage „Wie viel sollte meine Katze trinken?” lässt sich nicht sinnvoll beantworten, ohne zu berücksichtigen, was sie isst.
Eine Katze, die überwiegend Nassfutter bekommt, nimmt bereits einen großen Teil ihrer Flüssigkeit über die Nahrung auf. Eine Katze mit Trockenfutter muss dagegen einen wesentlich größeren Anteil direkt trinken.
Entscheidend ist deshalb nicht nur die Wassermenge im Napf, sondern die gesamte Flüssigkeitsaufnahme.
Warum Wasser für Katzen so wichtig ist
Wasser wird praktisch im gesamten Organismus benötigt.
Es spielt unter anderem eine Rolle bei Stoffwechselprozessen, Verdauung, Temperaturregulation, Blutkreislauf und Ausscheidung von Stoffwechselprodukten über die Nieren.
Der Körper verliert kontinuierlich Flüssigkeit, beispielsweise über Urin, Kot und Atmung. Diese Verluste müssen wieder ausgeglichen werden.
Wie viel Wasser braucht eine Katze?
Der tatsächliche Flüssigkeitsbedarf hängt von mehreren Faktoren ab.
Dazu gehören beispielsweise:
Körpergewicht | Fütterungsart | Aktivität | Umgebungstemperatur | Gesundheitszustand
Deshalb ist eine einzelne Milliliterzahl nur eine Orientierung und keine universelle Trinkvorgabe für jede Katze.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen:
Wasserbedarf insgesamt und sichtbarer Trinkmenge.
Eine Katze kann wenig am Wassernapf trinken und trotzdem ausreichend Flüssigkeit aufnehmen, wenn ihr Futter bereits viel Wasser enthält.
Nassfutter liefert viel Flüssigkeit
Nassfutter besitzt typischerweise einen hohen Feuchtigkeitsgehalt.
Dadurch nimmt die Katze mit jeder Mahlzeit automatisch Wasser auf.
Das erklärt auch, warum Katzen, die überwiegend Nassfutter bekommen, am Wassernapf manchmal nur selten beobachtet werden.
„Meine Katze trinkt kaum” muss deshalb nicht automatisch bedeuten, dass sie insgesamt kaum Flüssigkeit aufnimmt.
Trockenfutter enthält wesentlich weniger Wasser
Trockenfutter besitzt dagegen nur einen vergleichsweise geringen Feuchtigkeitsanteil.
Eine Katze, die hauptsächlich Trockenfutter zu sich nimmt, muss deshalb einen deutlich größeren Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs durch Trinken decken.
Ob sie das tatsächlich ausreichend tut, lässt sich nicht allein daran erkennen, dass sie gelegentlich am Wassernapf steht.
Wie kann man die Flüssigkeitsaufnahme unterstützen?
Katzen können sehr unterschiedliche Vorlieben beim Trinken haben.
Manche bevorzugen eine breite Wasserschale, andere trinken lieber aus erhöhten Gefäßen oder an verschiedenen Stellen der Wohnung. Wieder andere interessieren sich besonders für bewegtes Wasser.
Deshalb kann es sinnvoll sein, mehrere Möglichkeiten anzubieten.
Beispielsweise:
- mehrere Wasserstellen in der Wohnung,
- breite und ausreichend große Gefäße,
- Wasser nicht unmittelbar neben dem Katzenklo,
- regelmäßig frisches Wasser,
- unterschiedliche Materialien und Gefäßformen ausprobieren,
- bei Interesse einen Trinkbrunnen anbieten.
Welche Variante funktioniert, entscheidet letztlich die Katze.
Muss der Wassernapf neben dem Futternapf stehen?
Nicht unbedingt.
Viele Katzenhalter stellen Futter und Wasser automatisch direkt nebeneinander. Katzen können jedoch andere Standorte bevorzugen.
Zusätzliche Wasserstellen an ruhigen und gut erreichbaren Orten können deshalb sinnvoll sein.
Gerade in größeren Wohnungen oder Häusern bietet es sich an, nicht nur eine einzige Trinkmöglichkeit bereitzustellen.
Sind Trinkbrunnen besser als Wassernäpfe?
Ein Trinkbrunnen kann für manche Katzen attraktiv sein, weil sich das Wasser bewegt.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Katze dadurch automatisch mehr trinkt.
Manche Katzen lieben ihren Brunnen, andere ignorieren ihn vollständig und bevorzugen weiterhin eine einfache Schale.
Ein Trinkbrunnen ist deshalb eine zusätzliche Möglichkeit – keine Garantie für eine höhere Flüssigkeitsaufnahme.
Wichtig sind außerdem regelmäßige Reinigung und Pflege von Behälter, Pumpe und gegebenenfalls Filter.
Kann man Wasser ins Futter geben?
Bei manchen Katzen lässt sich die Flüssigkeitsaufnahme erhöhen, indem etwas Wasser unter das Nassfutter gemischt wird.
Ob die Katze das akzeptiert, muss ausprobiert werden. Zu viel zusätzliches Wasser kann Geruch, Geschmack und Konsistenz verändern und dazu führen, dass das Futter stehen bleibt.
Deshalb besser mit kleinen Mengen beginnen und beobachten, was die eigene Katze akzeptiert.
Wenn eine Katze plötzlich deutlich mehr trinkt
Nicht nur zu wenig Flüssigkeit kann auffallen.
Beginnt eine Katze plötzlich erheblich mehr zu trinken als früher, sollte diese Veränderung ernst genommen werden.
Eine erhöhte Trinkmenge kann verschiedene Ursachen haben und unter anderem im Zusammenhang mit Erkrankungen stehen.
Das Gleiche gilt für deutlich vermehrten Urinabsatz.
Solche Veränderungen sollten tierärztlich abgeklärt werden – insbesondere wenn weitere Auffälligkeiten wie Gewichtsverlust, Appetitveränderungen oder ein verändertes Allgemeinbefinden hinzukommen.
Wie kann man die Trinkmenge messen?
Wer wissen möchte, wie viel seine Katze tatsächlich trinkt, kann für einen begrenzten Zeitraum eine abgemessene Wassermenge bereitstellen und später kontrollieren, wie viel übrig geblieben ist.
Ganz exakt ist diese Methode im Alltag allerdings nicht. Wasser verdunstet, kann verschüttet werden und in einem Mehrkatzenhaushalt lässt sich die Menge nicht ohne Weiteres einer einzelnen Katze zuordnen.
Trotzdem können regelmäßige Beobachtungen helfen, deutliche Veränderungen zu erkennen.
Nicht nur auf den Wassernapf schauen
Bei der Flüssigkeitsversorgung zählt am Ende die Gesamtaufnahme.
Deshalb sollten Katzenhalter immer gemeinsam betrachten:
Futterart + Wassergehalt des Futters + direktes Trinken + individuelle Situation der Katze
Eine Nassfutterkatze und eine Trockenfutterkatze können am Wassernapf völlig unterschiedliche Mengen trinken, ohne dass sich daraus allein ableiten lässt, welche von beiden besser mit Flüssigkeit versorgt ist.