Katzenfutter mit oder ohne Zucker – was ist der Unterschied?

von Pfotenwiese-Redaktion · veröffentlicht am 1. Oktober 2026

Zwei Dosen Katzenfutter stehen nebeneinander. Auf der einen steht groß „ohne Zuckerzusatz”, auf der anderen fehlt dieser Hinweis. Welche ist die bessere Wahl?

Die naheliegende Antwort wäre: natürlich die ohne Zucker. Doch für einen sinnvollen Vergleich müssen wir genauer hinschauen.

Zunächst gilt: Katzen benötigen keinen zugesetzten Zucker. Saccharose, Glukose oder andere zugesetzte Zucker sind nicht notwendig, um den Nährstoffbedarf einer Katze zu decken. Ein Verzicht darauf ist daher grundsätzlich nachvollziehbar.

Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jedes zuckerfreie Futter besser zusammengesetzt ist als ein Produkt, das geringe Mengen Zucker enthält.

Die kurze Antwort: zugesetzten Zucker braucht eine Katze nicht

Zugesetzter Zucker ist kein Nährstoff, den eine Katze benötigt, um bedarfsgerecht ernährt zu werden. Deshalb ist es nachvollziehbar, Produkte ohne Zuckerzusatz zu bevorzugen.

Daraus folgt allerdings nicht, dass ein Futter allein durch den Verzicht auf Zucker automatisch hochwertig wird.

Warum wird Zucker überhaupt eingesetzt?

Zuckerhaltige Rohstoffe können in Futtermitteln technologische oder sensorische Funktionen erfüllen, beispielsweise Farbe oder Produkteigenschaften beeinflussen. Für die Katze entsteht daraus aber kein notwendiger ernährungsphysiologischer Vorteil.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur „Ist Zucker drin?”, sondern auch: Was bietet die gesamte Rezeptur? Unter welchen Bezeichnungen Zucker dabei konkret auftauchen kann, zeigt der Ratgeber Zucker im Katzenfutter erkennen

Ohne Zucker kann trotzdem viel Stärke enthalten sein

Ein zuckerfreier Eindruck darf nicht mit kohlenhydratarm verwechselt werden. Stärkehaltige Zutaten können einen erheblichen Teil der Kohlenhydrate liefern, ohne dass „Zucker” in der Zusammensetzung steht.

Wer beispielsweise wegen einer diabetischen Katze auf Kohlenhydrate achten muss, benötigt deshalb mehr Informationen als nur die Aussage „ohne Zuckerzusatz”.

Mit Zucker ist nicht automatisch gesundheitsschädlich

Auch hier sollten wir nicht überziehen. Ob ein Futter zu Gewichtszunahme beiträgt, hängt wesentlich von der gesamten Energieaufnahme im Verhältnis zum Bedarf ab. Ein einzelner Bestandteil erklärt Übergewicht nicht.

Bei der Qualitätsbeurteilung darf Zucker kritisch gesehen werden, aber nicht als alleinige Ursache sämtlicher ernährungsbedingter Erkrankungen dargestellt werden.

Worauf wir stattdessen achten

Ein gutes Futter sollte zur Lebensphase passen, als Alleinfuttermittel den Nährstoffbedarf decken, eine angemessene Energiedichte besitzen und von der Katze gut vertragen und akzeptiert werden.

Dazu kommen transparente Produktinformationen und eine nachvollziehbare Qualitätssicherung des Herstellers. Eine ausführliche Checkliste dazu gibt es im Ratgeber Woran erkennt man hochwertiges zuckerfreies Katzenfutter?

Fazit

Wenn zwei ansonsten vergleichbare Futtermittel zur Wahl stehen, ist ein Produkt ohne zugesetzten Zucker ein plausibles Auswahlkriterium. Aber „ohne Zucker” ist nur ein Merkmal unter mehreren – kein Qualitätssiegel für sich allein.

Quellen & fachliche Grundlage

Die Aussagen stützen sich auf Leitlinien und Empfehlungen der Fachorganisation WSAVA sowie Richtlinien und Faktenblätter des Heimtiernahrungsverbands FEDIAF.

FEDIAF – Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs (Version 2025)
Europäische Nährstoffempfehlungen für Allein- und Ergänzungsfutter für Hunde und Katzen; Version 2025 als PDF, von unabhängigen Veterinär-Ernährungswissenschaftlern begutachtet.

FEDIAF – Expert Review / Labelling of Carbohydrates in Pet Food
Fachübersicht des wissenschaftlichen Beirats des europäischen Heimtierfutterverbands zu Kohlenhydraten in Hunde- und Katzenfutter: Arten, Verdaulichkeit bei Katzen, Kennzeichnung auf dem Etikett und Berechnung des Stärkeanteils.

WSAVA – Guidelines on Selecting Pet Foods
Zweiseitige Checkliste (2021): Woran man eine seriöse Futtermarke erkennt (Ernährungsfachleute, Qualitätskontrolle, Forschung) und welche Etikettangaben wirklich zählen, etwa Alleinfutter-Erklärung und Kaloriengehalt.

Hinweis: Die Informationen auf Pfotenwiese dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine tierärztliche Untersuchung oder individuelle Ernährungsberatung.